Bewegung, Natur und Bewusstsein

Heute ist wieder einmal so ein richtig trauriges Wetter, trüb, regnerisch aber nicht kalt. Ich hatte heute morgen die Wahl, mich mit dem Computer hinzusetzen und meiner Arbeit nachzugehen oder hinaus zu gehen, in den Nieselregen. Nachdem ich meinen Schweinehund überwunden hatte und meinen Jogging Dress angelegt hatte, joggte ich in Richtung Isar. Und es ist eigentlich immer wieder das gleiche – nach ein paar hundert Meter fühlt man, wie der Geist klarer wird, auch wenn zunächst vielleicht das Atmen schwerer fällt.
Ich habe heute nicht meinen sportlichsten Tag und hatte auch gar nicht unbedingt vor, irgend einen Rekord zu brechen. Einfach etwas Bewegung an der frischen Luft. Nach nicht einmal 10 Minuten kam ich an der Isar an, massen an Wasser flossen mir hier unter dem Nebel entgegen, der selbstsicher die dahinter liegenden Berge versteckt. Manchmal kann man hier die Spitzen der Berge des Voralpenlandes erkennen. Heute nur dicke Nebelsuppe und keine Menschenseele unterwegs. Doch. Ein etwas in die Jahre gekommener Mann läuft gekrümmt mit seinem Schäferhund durch die Aue.
Ich gehe nun auch vom Joggen ins Gehen über und stelle mich an diesen wunderbaren Fluß, der schon wieder ganz anders aussieht als noch ein paar Wochen zuvor, als wir uns hier abgekühlt und gespielt hatten. An dieser Stelle nun schaue ich auf das vorbeifließende Wasser, höre seinem Rauschen und Gurgeln zu, sehe neue Strudel und Strömungen. Hier wird gerade aktiv die Landschaft geformt. Aber trotzdem Leise, ganz ohne Gewalt werden Steinmassen und Sand verschoben, an andere, neue Plätze verrückt. Ich denke an verschiedene Meditationstechniken, Energietechniken, wie Kunlun, oder einfach der Baumhaltung die ich jetzt machen könnte, oder vielleicht sogar sollte, da ich ja nun gerade schon mal da bin… viel sinnvoller kam es mir jedoch vor, einfach innerlich ruhig und still zu werden. Dem Wasser zuzuhören. Tiefe Gedanken kommen hoch, mein Geist ist deutlich klarer als noch vor 10 Minuten. Leichter Schweiß auf der Stirn, und mir ist warm.
Dann gehe ich am Ufer entlang, schaue mir die Steine an, hebe so manchen Stein hoch und denke daran, wo dieser Stein wohl schon alles war, wie er hier her gekommen ist, und wohin er noch gehen wird. Werde ich diesen Stein wohl jemals wieder sehen? Wird sich jemand anderes wohl um genau diesen einen Stein mal Gedanken machen? Ein granitartiger Sedimentstein, der wunderbar rund ist und direkt in meine Hand passt, fällt mir besonders auf. Ich denke an meine Oma, die gerne mit Steinen von der Isar ihre Wohnzimmer dekoriert. Gerade kann ich keine mitnehmen. Doch – der eine Stein, der muss mit. Ich fühle die geschliffene, aber dennoch raue Oberfläche des Steines.

Isar Stein
Ein sehr harter und fester Stein, den ich an der Isar gefunden habe

Dann versuche ich über die größten Steine über die Kiesbank zu balancieren. Und genau in jeder Schrittweite ist wie für ich dort hingelegt, ein etwas größerer, ein prominenter Stein, der nur auf meinen Fuß zu warten scheint. Wohin führen mich diese Steine? Ich balanciere Quer über das Ufer, etwas Flussaufwärts und komme in Richtung Bäume und Pflanzen.
Zartgrün streckt mir eine Fichte ihre Finger entgegen – das müssen junge Zweige sein. Aber im Herbst? Ich fühle die Zweige, vorsichtig taste ich daran entlang um keine Nadel abzubrechen. Fühlt mich der Baum? Ich gehe in die Hocke und schaue mir genau den Boden an, Wildpflanzen, Löwenzahn und ein paar Pilze stehen in Mitten von mir unbekannten Pflanzen und anderem Gestrüpp. Vor mir erstrecken sich kleine, schmale Pfade, wir nennen sie Zwergenwege, andere Nudistenpfade, man muss sich ducken und über Wurzeln hüpfen.
Ich beginne wieder mein Tempo zu erhöhen, springe über so manchen umgefallenen Baum und so manche Pfütze, ducke mich oder weiche zur Seite aus. Nur noch ein Kilometer bis zur Wohnung, bald schon bin ich wieder auf der Teerstraße und atme Abgase ein, sehe einen Busfahrer, der mit einer stinkenden Zigarre an sein Fahrzeug gelehnt sich unterhält. Meine Wahrnehmung wird wieder enger. Der Regen beginnt stärker zu werden und ich werde langsamer. Will nicht mehr joggen. Ich möchte mal den Regen auf meinem Kopf fühlen. Es kann durchaus angenehm sein, mal nass zu werden.

 

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